25. Oktober: Cartagena/Kolumbien

Der erste Landgang. Um drei Uhr morgens etwa haben wir angelegt, um acht Uhr – nach dem Frühstück – brechen wir drei Passagiere auf. Im Schiffsbüro bekommen wir unsere Pässe und ein temporäres Einreisevisum, gültig für die Zeit, in der das Schiff im Hafen liegt. Um 13 Uhr sollen wir wieder an Bord sein.

img_2312_blogDie nächsten fünf Stunden sind so angefüllt mit den unterschiedlichsten Eindrücken, dass es sich hier kaum wiedergeben lässt. Die vielen Hafenarbeiter an der Ausgangskontrolle (die hier deutlich ernster genommen wird als in Antwerpen), innen die Hunderte von Garderobehaken, an denen je ein Rucksack hängt, außen Parkplätze voller Mopeds. Während der Taxifahrt: Menschen, die im Industriegebiet am Straßenrand wohnen oder unter Brücken kochen, umgeben von Müll. Später bürgerlich wirkende Wohnviertel, wo jedes Grundstück mit hohen Mauern und Gittertoren gesichert ist. Brücken und für sich auf einer Insel Hochhäuser, die laut Taxifahrer allesamt Hotels sind. In dem Wasserarm davor zwei riesige Kreuzfahrtschiffe.

Wir halten vor der Festungsmauer rings um die Altstadt (hier).

img_2313_blogDie Altstadt selbst – schöne Wohnhäuser mit Holzbalkonen und Kirchen aus der ersten Kononialzeit – ist sehr touristisch und voller Souvenirverkäufer, aber trotzdem lebendig, fremd, spannend und an manchen Ecken auch offenbar nur für die Einheimischen da. Markstände mit Gemüse und Obst. Mangos, Limonen, riesige Avokados. Überall Saft- und Kaffeeverkäufer mit ihren kleinen Wägelchen.

Die erste Hürde ist, eine Wechselstube zu finden (den Taxifahrer haben wir in Dollar bezahlt). Danach wird alles entspannter, wir trinken in einer Art Bäckerladen Wasser und Cola, schlendern weiter umher, trinken später im Freien Kaffee, sitzen im Schatten und schauen den Leuten zu. Es ist unglaublich warm, obwohl die Sonne verschleiert ist, warm und feucht.

img_2327_blogDas große Herausforderung kommt auf uns zu, als wir gegen viertel vor zwölf zum Schiff zurückkehren wollen. Nicht nur, dass die Frage, in welches der Taxis vor der Altstadt wir steigen, fast ein Handgemenge auslöst – der Fahrer, in dessen Auto wir schließlich sitzen, hält uns natürlich für Kreuzfahrt-Touristen und will uns unbedingt zum falschen Anleger bringen. „Contenedores“ scheint er uns nicht zu glauben; das Foto vom Hinweisschild am Hafenzugang (das wir auf Rat des Chief Mate beim Hinausgehen noch schnell gemacht haben) sagt ihm offensichtlich überhaupt nichts.

Zu unserem Glück hat Jochen während der Fahrt in die Stadt seinen Navi laufen lassen und den Weg aufgezeichnet (und noch besser: vor der Abreise aus Berlin hat er einen Kartenausschnitt – Open Street Map – von Cartagena und Umgebung auf dem Chip gespeichert, denn unsere Handys funktionieren hier nicht). So können wir den Taxifahrer jetzt von der Rückbank aus zum richtigen Containerhafen dirigieren („a la derecha“ – „si, a la derecha“ – „no, no, no es correcto“), während Christoph, der vorne sitzt, ihm versichert, dass wir tatsächlich in eine „área industrial“ wollen. Am Ende geht die Fahrt dann recht schnell, um 12:15 sind wir wieder am Checkpoint, um 12:40 auf dem Schiff. Der Steward lächelt uns erfreut und vielleicht auch ein wenig erleichtert zu, als er uns in unsere Kabine zurückkehren sieht. Um 13:30 legen wir ab.

In Cartagena ist übrigens auch ein neuer Captain an Bord gekommen, der bisherige hat nach drei Monaten Dienst jetzt drei Monate frei.

Und noch ein Ürigens: Diesen Beitrag lade ich hoch, während wir im Panamakanal durch die Miraflores-Schleusen zum Pazifik hinabfahren.

Zwischendurch: Internet

Nur schnell zwischendurch: Im Moment sind wir ja die meiste Zeit auf See und haben kein Handynetz, somit auch keinen Zugang zum Internet. Darum kommen die Blogbeiträge eher schubweise, und oft bessern wir später noch nach, laden Fotos hoch zum Beispiel. Es lohnt sich also evtl., auch ältere Beiträge noch mal kurz anzuschauen.

Gerade jetzt liegen wir im Hafen von Manzanillo am Kai – legen aber vermutlich bald wieder ab, der Lotse ist für ungefähr jetzt angesagt. Morgen in aller früh geht es dann in den Panamakanal.

Dass wir hier überhaupt Internet haben (und zwar relativ günstig), verdanken wir übrigens einem Gerät names GlocalMe – aber davon später mehr.