Dunkle Kammern

The idea that nearly three weeks had passed without her being able to recollect a single day was so far beyond Jinx’s comprehension that she fixed her attention on what was real.

Nachdem ich den Beitrag übers Vergessen geschrieben hatte, ist mir eingefallen, dass das Motiv der Gedächtnislücke natürlich auch in vielen Krimis und Thrillern vorkommt. In „The Dark Room“ („Dunkle Kammern“) von Minette Walters zum Beispiel. Der Roman beginnt damit, dass die Heldin nach einem Autounfall im Krankenhaus aufwacht und sich weder an den Unfall noch an die Zeit unmittelbar davor erinnern kann.

Was dabei auf S. 17 über sie gesagt wird, könnte man ebenso gut als Absichtserklärung für den gesamten Roman deuten: Nicht nur die Heldin konzentriert sich auf das, was „real“ ist (womit wohl so etwas wie „im Prinzip greifbar“ gemeint ist, nämlich die Blumen auf ihrem Nachttisch, die Einrichtung des Zimmers, der Blick in den Garten), sondern der Roman insgesamt. Er erzählt von ihren Besuchern, ihrem Arzt, ihren Mitpatienten und von den Ermittlungen der Polizei – und da es im Krimi ohnehin darum geht, Wissenslücken zu füllen, wird die Erinnerungslücke der Heldin zu einem Rätsel unter vielen. Die Leere wird völlig zum Verschwinden gebracht.

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