Puerto Octay

Unsere letzte Reisewoche hat lange begonnen, und mit den Gedanken sind wir immer öfter schon in Berlin, aber ein bisschen will ich trotzdem über unser letztes Reiseziel in Chile erzählen. Puerto Octay liegt hier an einem der großen Seen in Mittelchile, in einer hügeligen und sehr grünen Gegend: Wiesen, Weiden, Kühe; ein bisschen Wald, ab und zu ein Bauernhof. Die Landschaft ist sehr viel sanfter und domestizierter als in Patagonien und erinnert uns in vielem an Deutschland, nur dass all die Eigenheimsiedlungen am Rand der Dörfer, all die vierspurigen Bundesstraßen und all die Baumärkte auf der grünen Wiese fehlen.

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Und die Vulkane am anderen Seeufer, die gibt es in Deutschland nicht. Der höchste, der Osorno, ist über 2600 Meter hoch. Sein Schneegipfel taucht manchmal völlig unvermutet hinter irgendeinem Hügel auf; oft versteckt er sich allerdings auch hinter Wolken. Er liegt natürlich auch wieder in einem Nationalpark, und man kann sehr schön auf halber Höhe an ihm entlangwandern, aus dem Urwald an seinem Fuß hinauf bis in die Asche- und Lavaregion und über eine Passhöhe in ein anderes Tal hinunter.

Das haben wir vor ein paar Tagen bei bestem Sonneschein auch gemacht; ansonsten unternehmen wir hier aber eher kurze Ausflüge, sitzen viel in der Sonne oder (bei Regen) im Aufenthaltsraum des tollen Hostals, in dem wir hier untergekommen sind, dem Zapato Amarillo. Vor der Anreise hatten wir ein wenig Sorge, dass es hier zu voll sein könnte, denn das Seengebiet ist eine beliebte Urlaubsregion der Chilenen, und inzwischen haben ja die Sommerferien begonnen. Aber Puerto Octay liegt offensichtlich etwas im Windschatten der berühmteren Badeorte Puerto Varas und Frutillar, darum ist es auch hier angenehm friedlich.

Morgen beginnt dann definitiv die Heimreise: Mit dem Bus bis in die nächstgrößte Stadt Osorno, von dort mit dem Nachtbus nach Santiago und am nächsten Tag dann mit dem Flieger über London nach Berlin. Heim in die eigene Wohnung. Heim in den Berliner Winter.

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